Texte in Einfacher Sprache

Die leo.-Studie an der Universität Hamburg (2011) zeigt, dass 25 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung Texte nur dann verstehen, wenn sie einfach geschrieben sind. Das sind etwa 13 Millionen Menschen.

Einfache Sprache entspricht in etwa dem Leseverständnis der 3. und 4. Grundschulklasse. Damit können Menschen einfache Texte aus Alltag und Beruf lesen und verstehen. Einfache Sprache ist keineswegs eine Kindersprache. Sie spürt dem Kern von Aussagen nach und bringt sie allgemein verständlich auf den Punkt. Eine Kunst, die heute vielfach vernachlässigt wird.

Insgesamt können schätzungsweise sogar 60 Prozent der Bevölkerung Texte nicht verstehen, die über das Sprachniveau hinausgehen, das allgemein unter "normalem Deutsch" verstanden wird. Das betrifft vor allem Texte aus Zeitungen, aus der Fachliteratur, aus Ämtern, Behörden, Krankenkassen und Versicherungen. Aber auch die Informationen von Wirtschaftsunternehmen werden sehr oft nicht verstanden. Sie sind meist sehr stark der Sprache des Marketings geprägt, die wiederum häufig Anleihen aus dem Englischen nimmt. Auch hier ist Einfache Sprache ein Schlüssel zur Verständigung.

Einfache Sprache können 95 Prozent der Bevölkerung lesen und verstehen. Sie gewinnt an Bedeutung, weil die Lesekompetenz in der Bevölkerung allgemein rückläufig ist.

Regeln einfacher Sprache

Einfache Sprache basiert auf Erkenntnissen und Erfahrungswerten unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen. Sie ist flexibel und kann sich an die Vorkenntnisse der jeweiligen Zielgruppe anpassen. Feste Regeln gibt es nicht.

Merkmale einfacher Sprache

Texte in Einfacher Sprache sind sehr logisch aufgebaut. Texte, die auf der Grundlage schriftlicher Quellen in schwerer Sprache erstellt werden, müssen daher meist komplett umgeschrieben werden. Informationen werden nach ihrer Wichtigkeit vermittelt. Einfache Sprache verzichtet auf Fremdwörter und erklärt Fachbegriffe. Schwierige Grammatik wird in einfache Sätze aufgelöst. Sätze haben höchstens 15 Wörter.